Freitag, 15. Mai 2026
Startseite/Meinung & Einordnung
Top-Story

Ischinger: China verfolgt eigene Interessen, keine Fortschritte bei Krisen

Diplomat Ischinger sieht nach Trumps China-Besuch keine Fortschritte bei globalen Krisen, da China primär eigene Interessen verfolgt.

Die Welt – International·15. Mai 2026, 17:44 Uhr·vor etwa 4 Stunden·Relevanz: 80%
Was passiert ist

Der Diplomat Wolfgang Ischinger bewertet den jüngsten China-Besuch von Donald Trump als ernüchternd. Laut Ischinger wurden weder bei den Themen Iran und Ukraine noch in der Taiwan-Frage substanzielle Fortschritte erzielt. China agiere primär im eigenen nationalen Interesse.

Warum das wichtig ist

Diese Einschätzung verdeutlicht, dass globale Herausforderungen ohne Chinas Kooperation schwer lösbar bleiben, was die internationale Stabilität beeinträchtigen kann. Für deutsche Unternehmen bedeutet dies weiterhin eine komplexe geopolitische Lage und potenzielle Risiken in Lieferketten und Exportmärkten. Die fehlende Einigung bei Krisenherden erhöht zudem die Unsicherheit für Investitionen und die globale Wirtschaftsentwicklung.

Einordnung

Wolfgang Ischingers Analyse unterstreicht die Realität einer multipolaren Weltordnung, in der Großmächte wie China ihre strategischen Ziele konsequent verfolgen. Die Erwartung, dass China als Vermittler in globalen Konflikten agiert, muss vor diesem Hintergrund relativiert werden. Für die deutsche Außen- und Wirtschaftspolitik bedeutet dies, eine pragmatische und realistische China-Strategie zu entwickeln, die sowohl Kooperationsfelder als auch Interessenskonflikte klar benennt. Die Abhängigkeit von China in Schlüsselindustrien erfordert eine Diversifizierung und Stärkung eigener Kapazitäten, um Resilienz gegenüber geopolitischen Spannungen aufzubauen.