Evonik-Chef warnt: Chinas Chemie drängt mit Wucht zurück nach Europa
Evonik-Chef warnt vor starker Rückkehr chinesischer Chemie nach Europa, was die deutsche Branche vor große Herausforderungen stellt.
Auf der Handelsblatt Chemie-Tagung warnte Evonik-Chef Christian Kullmann vor einer bevorstehenden Rückkehr chinesischer Chemieprodukte auf den europäischen Markt. Aktuelle Hamsterkäufe aufgrund der Iran-Krise und eine vorübergehend nachlassende Importflut aus China überdecken lediglich die strukturellen Probleme der deutschen Chemiebranche.
Diese Entwicklung birgt erhebliche Risiken für deutsche und europäische Chemieunternehmen, die bereits unter hohen Energiekosten und schwacher Nachfrage leiden. Eine verstärkte Konkurrenz aus China könnte zu weiterer Konsolidierung, Arbeitsplatzverlusten und einem Druck auf Innovationsfähigkeit im Mittelstand führen.
Die deutsche Chemieindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Während kurzfristige geopolitische Ereignisse wie die Iran-Krise die Nachfrage temporär stützen, bleibt der langfristige Druck durch chinesische Überkapazitäten und die damit verbundene Preispolitik bestehen. Experten erwarten eine Konsolidierungswelle, bei der kleinere und weniger wettbewerbsfähige Unternehmen besonders betroffen sein könnten. Dies erfordert von Politik und Unternehmen strategische Antworten, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten.