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Alexijewitsch warnt: Faschismus tief in Gesellschaften verankert, nicht nur Putins Wille

Nobelpreisträgerin Alexijewitsch sieht Faschismus tief in Völkern verankert, warnt vor Erosion demokratischer Werte und destabilisierenden Tendenzen.

NZZ – Wirtschaft·19. Mai 2026, 03:30 Uhr·vor etwa 2 Stunden·Relevanz: 83%
Was passiert ist

Die weissrussische Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch äussert sich in einem Interview kritisch zur aktuellen politischen Lage. Sie warnt davor, dass faschistische Tendenzen zunehmend in das gesellschaftliche Leben eindringen und dies nicht allein dem Willen Wladimir Putins zuzuschreiben sei. Ihre Analyse beleuchtet die tiefverwurzelten Ursachen dieser Entwicklungen in den Völkern selbst.

Warum das wichtig ist

Diese Einschätzung ist für Wirtschaft und Gesellschaft von Bedeutung, da sie auf eine Erosion demokratischer Werte und potenziell destabilisierende innenpolitische Entwicklungen hindeutet. Eine solche Verschiebung kann das Vertrauen in Institutionen untergraben, Investitionen abschrecken und die Rechtssicherheit für Unternehmen sowie die Lebensqualität für Bürger und Fachkräfte beeinträchtigen. Die Analyse fordert dazu auf, die gesellschaftlichen Grundlagen von Extremismus genauer zu betrachten.

Einordnung

Swetlana Alexijewitsch, bekannt für ihre tiefgehenden Analysen des 'Sowjetmenschen', bietet eine nüchterne Perspektive auf die aktuellen geopolitischen Spannungen. Ihre These, dass faschistische Tendenzen tief in den Gesellschaften verwurzelt sind, geht über eine reine Kritik an einzelnen Staatsführern hinaus und verweist auf strukturelle Probleme und historische Prägungen. Dies ist besonders relevant für das Verständnis der anhaltenden Konflikte und der Schwierigkeiten bei der Etablierung stabiler Demokratien in postsowjetischen Staaten. Die Ausnahme der Ukraine, die sich laut Alexijewitsch von diesem Muster abhebt, könnte als Hoffnungsschimmer oder als Indikator für eine andere gesellschaftliche Entwicklung interpretiert werden, die es genauer zu analysieren gilt.