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Europäische Verteidigungsautonomie: Kostenfrage oder politischer Wille?

Experten sehen 500 Milliarden Euro als Preis für europäische Verteidigungsautonomie, doch der politische Wille fehlt.

Handelsblatt – Wirtschaft·7. Mai 2026, 05:57 Uhr·vor 11 Tagen·Relevanz: 100%
Was passiert ist

Eine Expertengruppe um IfW-Chef Moritz Schularick kommt zu dem Schluss, dass Europa für rund 500 Milliarden Euro eine signifikante Verteidigungsautonomie von den USA erreichen könnte. Die Analyse legt nahe, dass die finanziellen Mittel für diesen Schritt vorhanden wären. Demnach sei weniger die Kostenfrage als vielmehr der fehlende politische Wille das Haupthindernis für eine stärkere europäische Verteidigung.

Warum das wichtig ist

Eine gestärkte europäische Verteidigung könnte die geopolitische Stabilität erhöhen und die Abhängigkeit von einzelnen Partnern reduzieren, was langfristig auch die wirtschaftliche Planungssicherheit für Unternehmen verbessert. Für den Mittelstand und Fachkräfte könnte dies neue Impulse in der Rüstungs- und Technologiebranche bedeuten, während die Bürger von einer potenziell erhöhten Sicherheit profitieren würden. Die Debatte berührt zudem die Frage nach Europas Rolle in der Weltwirtschaft und der Fähigkeit, eigene Interessen zu schützen.

Einordnung

Die Diskussion um europäische Verteidigungsautonomie gewinnt angesichts globaler Unsicherheiten und sich wandelnder Allianzen an Bedeutung. Die Studie des IfW liefert eine konkrete finanzielle Größenordnung und verschiebt den Fokus von der reinen Kostenfrage hin zur politischen Handlungsfähigkeit der Mitgliedstaaten. Eine solche Investition würde nicht nur sicherheitspolitische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Effekte nach sich ziehen, etwa durch die Stärkung europäischer Schlüsselindustrien und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Entscheidend wird sein, ob die Mitgliedstaaten bereit sind, nationale Interessen zugunsten einer gemeinsamen europäischen Strategie zurückzustellen und die notwendigen politischen Entscheidungen zu treffen.