(doem) Name: Yoshwynn Louw. Jahrgang: 1988. Geburtsort; Windhoek, Namibia. Beruf: Rapper. Lebt jetzt im: offenen Maßregelvollzug, psychiatrische LWL-Klinik Dortmund-Aplerbeck. Delikte: irgendwas mit Gewalt und Drogen. Sozialprognose: Positiv, nimmt an vielen Therapien teil, arbeitet mit, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Nationalität: Namibisch. Augenfarbe: braun. Haarfarbe: schwarz.
Es ist gar nicht so leicht, Yoshi Louw im Stationsgewusel zu erwischen. Doch schließlich treffen wir uns - und er beginnt im geräumigen, weiß getünchten Therapieraum mit Teppichboden, wo ein Kickertisch und eine Tischtennisplatte stehen, zu erzählen: "1993, als ich fünf Jahre alt war, kam ich mit meiner Mutter mit dem Flugzeug von Windhoek nach Herne. Wir blieben, weil wir hier Familie hatten." Das klappte problemlos, später in Gelsenkirchen.
Yoshi besuchte den Kindergarten, die Grundschule, kam nach vier Jahren mit besten Empfehlungen aufs Gymnasium. "Das ging bis zur siebten Klasse gut", sagt Yoshi, "dann starb mein Onkel, was ich nicht verkraftete" Obwohl er zunächst Arzt werden wollte, begann er Drogen zu nehmen, sich zu prügeln. Er landete auf der Hauptschule, wo er unter vielen kleinen Rappern zum Rapper und HipHopper reifte. Seitdem macht er Freestyle - sehr musikalisch, hat sich in der Musiktherapie in Dortmund-Aplerbeck von Therapeut Müller-Wülle schon erste eigene CDs mit seinen Werken brennen lassen. Yoshi: "Ich will bis ins hohe Alter rappen."
Seit zehn Jahren ist Yoshi Louw nun schon interniert - in der Forensik in Herne und jetzt in Dortmund. "Mein Anwalt meint, ich komme nächstes Jahr frei", sagt Louw, der mit dem unbefristeten Gummiparagraphen §63 für seine Taten belegt wurde. Vielleicht ist er austherapiert. Louw: "Ich habe in der Forensik viel gelernt. Und habe sie als Chance begriffen."
Wenn Yoshi aus der LWL-Klinik Dortmund entlassen wird, möchte er ein normales Leben führen, als Zeitungsbote und als Rapper tätig sein. "Meine Mutter", so Yoshi, "die ich über alles liebe, sagt, ich soll selbstständig sein. In meinem Afrika habe ich die Seele für meine Kunst gekriegt."
Und noch etwas liegt Yoshwynn Louw auf dem Herzen: "Jedem, der neu in die Forensik für psychisch kranke Straftäter kommt, gebe ich den Rat - lasse dich nicht provozieren; gehe deinen Weg; raste nicht aus. Ich spreche aus Erfahrung."
Eine Therapeutin sagt noch: "Das gute am Maßregelvollzug ist ja, dass hier wirklich langfristig für jeden Patienten eine passende Lösung gefunden werden kann." Das sei in der allgemeinen "Drehtürpsychiatrie" oft nicht der Fall. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), wie er leibt und lebt.
Yoshi Louw träumt von der Freiheit! |