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Kieselberg oder der Untergang eines Bürgers. Eine Satire
26.06.2011 23:02:48
von Peter Kiesel-Stein
Ein so großes Gemeinwesen wie Deutschland braucht eine Verwaltung. Aber man darf darüber nicht vergessen: eine so große Verwaltung braucht auch ein Gemeinwesen, das gemeinhin aus Bürgern besteht. Bürger sind nicht endlos belastbar. Hin und wieder muss man ihnen nachgeben, ihnen geben, was sie verlangen. Sonst bauen sie Barrikaden oder drohen zumindest damit. Oder sie versetzen Berge oder drohen zumindest damit.
In einer ganz kleinen Stadt, ganz weit oben im Nordosten Brandenburgs, lebt ein ganz alter Mann, der möchte keinen Grabstein. Er sagt sich, was sich alle sagen sollten und was einst Kennedy gesagt hat: frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage, was du für dein Land tun kannst. Solche Bürger sollten die Lieblinge der Demokratie, aber auch der Bürokratie sein. Denn sie wollen etwas bewegen, das Land aus Lethargie und Krise führen.
Aber diese einseitige Betrachtung, dieses sozialromantische Wunschdenken vergisst, dass auch die Bürokratie aus nicht endlos belastbaren Bürgern besteht. Ein Amtsdirektor zum Beispiel engagiert sich, indem er Sitzungen besucht und in seinem Amt anwesend ist. Ist er das nicht, können Meinungen entstehen, die ihm möglicherweise nicht genehm sind. Das verhindert er duch Anwesenheit. Damit ist er so gut wie ausgelastet.
Schlägt jetzt ein Bürger, der keinen Grabstein will, vor, vor der Stadt einen Aussichtsberg mit Kanzel und Park zu bauen, gerät der Amtsdirektor nebst seinem Gefolge in ein Dilemma. Einerseits will er natürlich nicht die Initiative eines verdienten Bürgers behindern. Andererseits kann er nicht mehr leisten, als er gerade eben leistet. Jeder Berg ist ein Berg zuviel. Jedes Dorf darf einen Berg sein eigen nennen, sagt der alte Mann, der keinen Grabstein will, lasst uns unseren Berg Pyramide heißen, setzen wir uns alle ein Denkmal, auf dem man rodeln kann. Modeln kann ich die Gesetze nicht, sagt der Amtsdirektor. Er spielt das deutsche Gesellschaftsspiel, und das geht so: Wir haben zwei Fakten, deren Verhältnis durch ein Gesetz geregelt werden kann; haben wir aber erst einmal das Gesetz, dann müssen sich alle Fakten nach dem Gesetz richten. Tatsache ist aber, dass ein Berg statischen Anforderungen genügen muss, damit es keine Katastrophe gibt. Das Amt müsste die Initiative ergreifen, aber es greift wie immer ins Leere oder ins Gesetzblatt.
Inzwischen hat der alte Mann, der keinen Grabstein, aber ein Denkmal will, Muttererde von Vaterstaat in seine Heimatstadt karren lassen, statt sie zu entsorgen. Wohin entsorgt man Erde, aus der doch alles kommt und in der doch alles verkommt?
Da steht er nun, der Berg, der nicht verboten, aber auch nicht genehmigt ist. Ein kleines Schild verbietet das Betreten. Betreten übersehen die Menschen das Schild und betreten, zum Beispiel Ostern, den Gipfel. Der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht. Bricht aber der Berg, dann kotzt das Amt und weint das Amt, dann muss das Volk büßen.
Eines Tages wird der alte Mann sterben. Hüte dich, Amtsverwaltung, denn dann wird nicht nur auf dem Friedhof geredet werden, sondern auch auf dem Heimweg: das Vermächtnis des alten Mannes, Bürger Sinn und Bürger Fleiß, denk mal, das Denkmal muss fertig werden, wenn wir alle vor der Amtsverwaltung stehen, bis diese genehmigt, was schon fast fertig ist, nur noch statisch gesichert und verschönt werden muss.
Das Dilemma, mit welchen wir vorhin drohten, nun ist es schon perfekt, obwohl unser Amtsdirektor ohnehin nicht mehr als zwei Sätze sagen kann, ohne sich mehrfach zu wiederholen, wie gesagt. Das Dilemma ist inzwischen der Berg selbst, den man kann auch mit dem besten Willen und den schönsten Steuermitteln nicht mehr abtragen. Bei jedem Regen bricht dem Amtsdirektor der Schweiß aus. Sich nicht aufregen, bringt Segen, denkt er und hofft, dass nichts passiert. Die Bürger, sollte man hoffen, hoffen, dass etwas passiert, aber auch sie wollen lieber, dass alles beim Alten bleibt. Sie stellen sich vor, dass bei der Beerdigung des Alten der Berg auf sein Grab geworfen wird, Hand für Hand, Schippe für Schippe, der Untergang des Bürgers in seinen eigenen Initiativen.
Einst war es das kleine Städtchen Schilda, das die Menschen im Lande mit seinen originellen Lösungen erfreute und erheiterte, jetzt ist es diese kleine Stadt im Nordosten Brandenburgs, die nicht durch miese oder gar fiese Lösungen auffällt, sondern durch gar keine. Und das ist vielleicht ein bisschen zu wenig. Das einzige, auch wir wiederholen uns gerne, was bei dieser Art Bürokratie untergehen kann, von einem Berg begraben zum Beispiel, ist der Bürger. Das wäre eine Entlastung der Ämter, ein Einsparpotential. Aber vielleicht stürzt der Berg ja doch noch auf das Amt. Dann wären die Befürchtungen wenigstens berechtigt gewesen und die Hoffnungen groß.
Gebraucht wird ein Freundeskreis KIESELBERG HINTER DEN SIEBENBERGEN e.V. mit sieben Mitgliedern, der den Berg zur touristischen Attraktion und zum Sieg des Bürgersinns über den Amtsschimmel macht. Wo? In einem Städtchen mit sieben Buchstaben, erster ein B, im äußersten Nordosten Brandenburgs, in dem um sieben die Bürgersteige hochgeklappt werden.

mehr dazu...kieselberg

veröffentlicht von rochus stordeur


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