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Schmierseife für die Ohren - Roy Blacks GOLD EDITION hat indes auch positive Seiten
13.08.2020 23:19:49
That's Uns-Roy Black: "Gerhard Höllerich wurde als ältester Sohn des Kaufmanns Georg Höllerich (1917–1990) und dessen Frau Elisabeth (1922–2013) geboren. Er besuchte in seinem Geburtsort Straßberg, südlich von Augsburg, die Volksschule. 1958 übersiedelte die Familie Höllerich nach Göggingen, heute ein Stadtteil von Augsburg. In der Fuggerstadt besuchte Gerhard Höllerich das Holbein-Gymnasium Augsburg, machte dort das Abitur und wollte Biologie studieren, entschied sich dann aber aus finanziellen Gründen für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er nicht abschloss.

Erste Erfolge

Erstmals öffentlich sang Höllerich im Fasching 1963 in der Band The Honky Tonks, die in der Augsburger Kneipe Charlys Affenstall auftrat. Am 14. September 1963 gründete er mit den Musikern Günter Ortmann, Dieter Schwedes, Peter Schwedes, Helmut Exenberger und Dieter Sirch die Rock ’n’ Roll-Band Roy Black and his Cannons. Sein Pseudonym „Roy Black“ verweist zum einen auf sein schwarzes Haar, das ihm den Spitznamen „Blacky“ eintrug, und zum anderen auf sein Idol, den amerikanischen Sänger Roy Orbison, dem er den Vornamen entlieh. Roy Black and his Cannons hatten ihren ersten offiziellen Auftritt, laut der Roy-Black-Chronik von Manfred Langner und Arno Loeb, am 6. Dezember 1963 im Augsburger Tanz-Club Femina, was eine abgebildete Anzeige aus der Augsburger Allgemeinen belegt. Sie spielten aber auch als Cover-Band mit Liedern von Elvis Presley bis zu den Beatles in den drei großen US-Kasernen von Augsburg. Am 16. Juni 1964 gewannen Roy Black and his Cannons einen Talentwettbewerb bei einem Schülerball im Augsburger Moritzsaal.

Von diesem Auftritt der Cannons erfuhr der Polydor-Produzent Hans Bertram durch einen TV-Bericht im BR, als er gerade in München weilte. Er schrieb von Köln aus an das Holbein-Gymnasium, die Schule von Roy Black, um mit Gerhard Höllerich Kontakt zu bekommen, wie das Originalschreiben im Besitz des Roy-Black-Biografen Arno Loeb belegt. Am 25. August 1964 wurde aus Gerhard Höllerich „Roy Black“, und am 1. September 1964 erhielt er einen Plattenvertrag. Roy Black brach sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in München ab, um sich auf die Musik zu konzentrieren.

Die beiden ersten Singles von Roy Black and his Cannons, aufgenommen im Sommer 1964, hießen Sweet Baby mine und Darling my Love. Die erste wurde ein kleiner Achtungserfolg, nicht zuletzt durch den Einsatz eines Augsburger Automatenaufstellers, der für kurze Zeit Roy Blacks Tourmanager wurde. Die zweite Single war kein Erfolg. Die dritte Single Du bist nicht allein, die Black ohne The Cannons sang, wurde sein erster kommerzieller Erfolg. Diese Soloaufnahme erreichte im Winter 1965 die Top Ten der deutschen Hitparaden. Hinter den Rolling Stones mit Satisfaction, den Byrds mit Mr. Tambourine Man und den Rainbows mit Balla Balla kam sie bis auf Platz vier. Der Autor Arno Löb ist der Meinung, dass besonders Elisabeth Bertram, die Ehefrau des Produzenten, die bei Radio Luxemburg großen Einfluss auf das Programm hatte und die Platten ihres Mannes einsetzen ließ, die Karriere von Roy Black beeinflusst hat..

Durchbruch

Mit dem Lied Ganz in Weiß nach dem Text von Kurt Hertha und der Musik von Rolf Arland wurde Black im Frühjahr 1966 schließlich zum Schlager-Star in Deutschland. Rund 2,5 Millionen Singles wurden verkauft. 1966 erschien unter dem schlichten Titel Roy Black das erste Musikalbum des Künstlers. Im Jahr 1967 wirkte Roy Black erstmals in einem Musikfilm mit: Paradies der flotten Sünder, produziert von Carl Spiehs mit Hans-Jürgen Bäumler, Willy Millowitsch, Ralf Wolter und Lou van Burg. Der Film lief im Frühjahr 1968 in den Kinos an. Seine erste Hauptrolle erhielt Black in Immer Ärger mit den Paukern, der im Herbst 1968 auf die Leinwand kam. Black zur Seite stand Uschi Glas. Auch in Hilfe, ich liebe Zwillinge!, Hochwürden drückt ein Auge zu, Wer zuletzt lacht, lacht am besten und Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut spielten sie zusammen.

Bis 1969 erreichten alle Singles von Roy Black die Top Ten. Er war regelmäßig in der von Dieter Thomas Heck moderierten ZDF-Hitparade vertreten. Im Januar 1969 erreichte Black dort mit Ich denk an dich den 1. Platz. Im Jahr 1970 sang Black das Lied der ARD-Fernsehlotterie Ich hab geträumt, das Glück kam heut zu mir. Im Jahr 1971 wurde ihm die Moderation der Fernsehshow Hätten Sie heute Zeit für mich? angeboten; er lehnte jedoch ab, und Michael Schanze übernahm die Moderation. Im Duett mit Anita Hegerland, einer zehnjährigen Norwegerin, hatte Roy Black im Herbst 1971 seinen letzten großen Erfolg: Schön ist es auf der Welt zu sein, ein Kinderlied-Schlager, den er auch in dem Musikfilm Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut in den Kinos präsentierte. Der Titel hielt sich 18 Wochen in den deutschen Top Ten. Im selben Jahr erschien zum Film Grün ist die Heide ein Album, das eine Vertonung von Gedichten von Hermann Löns war. Danach hatte Roy Black keinen großen kommerziellen Erfolg mehr.

Im Herbst 1974 trennte er sich von dem Produzentenpaar Hans und Elisabeth Bertram. Im Jahr 1973 verlobte sich Roy Black mit dem Fotomodell Silke Vagts, die auch als Layouterin bei dem Teenie-Magazin „Bravo“ arbeitete. Die beiden heirateten am 30. April 1974 in München. Am 1. August 1976 kam Sohn Torsten auf die Welt. Löb schreibt in seinem Buch, Black habe, um Geld zu verdienen, in den 1970er Jahren einen Live-Auftritt nach dem anderen absolviert. Er brachte jährlich oft über 250 Auftritte hinter sich. Löb schreibt weiter, das Finanzamt habe versucht, Black per Taschenpfändung zur Zahlung ausstehender Steuern zu veranlassen.[1] Black trat aus der Kirche aus, um die Kirchensteuer zu sparen.[1] Silke Höllerich bestätigt diese Vorgänge in ihrem Buch. Der Grund für das finanzielle Desaster soll darin gelegen haben, dass Roy Black sein Millionenvermögen unredlichen Beratern anvertraute, die in ihre eigene Tasche wirtschafteten.

Eine Theater-Tournee im Frühjahr 1975 mit dem Stück Warum lügst du, Cherie? von Roy Black wurde zum Misserfolg. Im Sommer 1978 wurde Wolfgang Kaminski neuer Tourmanager. Zuvor war Black von seinem Bruder Walter Höllerich betreut worden. Mit Wolfgang Kaminski ging es wieder aufwärts. Mit ihm startete Roy Black mit Orchester eine Bädertour an Nord- und Ostsee. Nach einem Konzert in der Royal Albert Hall in London und Tourneen durch die DDR hatte Roy Black Mitte der 1980er Jahre wieder berufliche Erfolge. Im Sommer 1983 erreichte sein Lied Wilde Kirschen blühen früh wieder vordere Plätze in den Schlager-Hitparaden, jedoch nicht in den Verkaufslisten. Am 26. November 1985 wurde Roy Black von seiner Frau Silke geschieden. Im Februar 1986 erschien Herzblut, seine erste LP seit sechs Jahren, und bescherte ihm mit Liedern wie Wahnsinn und In Japan geht die Sonne auf neue Popularität. Am 25. Mai 1986 brach er infolge eines Herzfehlers zusammen, wurde ins Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke eingeliefert und erhielt einige Wochen später in München zwei neue Herzklappen.[2] Aber schon am 3. Dezember 1986 trat er in Berlin wieder vor 3.000 Fans auf.

Letzte Arbeit und Tod

Von Dezember 1990 bis zu seinem Tod wohnte Black im nordrhein-westfälischen Herdecke im Ennepe-Ruhr-Kreis. Er hatte dort gemeinsam mit Tommy Steiner ein Doppelhaus erworben, dessen eine Hälfte Black mit seiner Lebensgefährtin bewohnte[3]. Sie brachte am 14. September 1991 die gemeinsame Tochter Nathalie zur Welt. Von RTL plus bekam Black 1989 eine Hauptrolle in der Fernsehserie Ein Schloß am Wörthersee angeboten. In der Serie, in der zahlreiche Gaststars mitwirkten, spielte er den Hotel-Chef Lennie Berger. In der gleichen Zeit trat er mit dem von Drafi Deutscher komponierten Lied Wie ein Stern am Horizont in einigen Fernsehsendungen auf. Am 2. Mai 1990 nahm sich Roy Blacks Vater Georg Höllerich das Leben. Roy Blacks letzte Single-Erfolge waren Auskopplungen aus seinem letzten, von Dieter Bohlen produzierten Album Rosenzeit (1991). Im Mai 1991 kam Frag Maria auf Platz 67 der Radio-Charts und im August des Jahres erreichte Ich träume mich zu dir dort Platz 39. Am 18. September 1991 hatte Roy Black seinen letzten Fernsehauftritt im deutschen Fernsehen in der ZDF-Hitparade mit Uwe Hübner.

Am 9. Oktober 1991 starb Roy Black im Alter von 48 Jahren an Herzversagen in seiner Fischerhütte in Heldenstein (Oberbayern), wo er sich allein aufhielt. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung aus dem Jahr 2011 soll bei der Obduktion ein Blutalkoholwert von drei Promille festgestellt worden sein.[4] Der obduzierende Gerichtsmediziner Wolfgang Eisenmenger wollte diesen Wert jedoch nicht bestätigen. Spekulationen einiger Medien um einen Freitod durch übermäßigen Alkoholkonsum in Verbindung mit den von Roy Black regelmäßig eingenommenen Herzmedikamenten konnten trotz der eindeutigen Diagnose des Herzversagens nie widerlegt oder bestätigt werden, da die Staatsanwaltschaft kein toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben hatte.[6][7] Diese Theorie wurde jedoch sowohl von seiner Lebensgefährtin als auch von seinem Bruder ausgeschlossen. Roy Black wurde unter seinem bürgerlichen Namen Gerhard Höllerich in seinem Geburtsort Straßberg bei Augsburg beigesetzt.[8] Das Grab ist zur Pilgerstätte für Roy-Black-Fans geworden. Jedes Jahr veranstalten sie in Augsburg, Bobingen oder Straßberg Gedenkfeiern.

Persönlichkeit

Silke Höllerich beschrieb ihren Ehemann als einen einerseits phasenweise sehr empathischen, liebevollen Menschen, andererseits als paranoiden, geizigen Egozentriker, der sie vor anderen lächerlich machte, sie betrog, keine Beziehung zu seinem Sohn Torsten aufbauen konnte und im Alltag von seiner Familie und seinem Freundeskreis dieselbe Verehrung erwartete wie von seinem Publikum. Zeit seines Lebens soll Roy Black Probleme gehabt haben, die Gratwanderung zwischen seiner Rolle, der Kunstfigur „Roy Black“, und seinem privaten Ich, Gerhard Höllerich, zu bewältigen. Besonders mit dem Verlust dieser Anerkennung durch das Publikum in den 1970er Jahren konnte er wohl nur schwer fertigwerden; diese Erfahrung machte ihn depressiv, sagte Silke Höllerich.

Roy Black wurde als „Schnulzensänger“ vielfach kritisiert, seine Schlager waren auf dem Radiosender Ö3 des Österreichischen Rundfunks aufgrund des gegen ihn gerichteten Schnulzenerlasses verboten. Er selbst konnte sich mit dieser Rolle nie identifizieren. Filmproduzent Karl Spiehs berichtete über ihn: „Er riss gerne Witze über sich selbst, vor allem, wenn er sich unglücklich fühlte. Sein Lieblingswitz: ‚Wie bekommt man das Gehirn eines Schlagersängers auf Erbsengröße? – Einfach aufblasen!‘“[9] Ähnlich äußerte sich seine mehrfache Filmpartnerin Uschi Glas: „Ich versuchte ihn immer wieder davon zu überzeugen, dass er auch den Roy richtig mögen und akzeptieren sollte. Das war aber einfacher gesagt als getan.“

Auch Thomas Gottschalk sprach in seiner Trauerrede dieses Thema an: „Als Gerhard Höllerich verstand er es, anderen Hoffnung und Mut zu machen. Obwohl er selbst ohne Hoffnung war. Als Roy Black hat er gestrahlt und wurde bewundert. Obwohl er selbst gelitten hat und voller Zweifel war. Mögen die beiden in der Ewigkeit zusammenfinden.“ Die Medien erinnerten daran, dass der Star, der in den 70er Jahren an privaten Enttäuschungen, Alkoholexzessen, Depressionen, gesundheitlichen Problemen und musikalischen Flops litt, mit seinem Comeback im Fernsehen und der Geburt seiner Tochter erst kurz vor dem Tod sein Leben augenscheinlich wieder in den Griff bekommen zu haben schien. Freunde und Vertraute wie Dagmar Berghoff und Tony Marshall, die an die Freitodtheorie glauben, sind von einer „Kurzschlusshandlung“ überzeugt.[6][7] Berghoff wird im Focus zitiert: „Er musste ja oft ganz andere Dinge machen, als er wollte. Er sträubte sich, aber er tat es dann doch.“

Nach seinem Tod

Stele zur Erinnerung an den Sänger in Augsburg-Göggingen am Roy-Black-Weg.

Am 9. Oktober 1996 wurde der deutsche Fernsehfilm Du bist nicht allein – Die Roy Black Story zum ersten Mal ausgestrahlt. Die Titelrolle übernahm der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz, der dafür bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels im November 1996 einen Sonderpreis erhielt. Die öffentliche Meinung über den Film war geteilt. Während manche ihn als authentisch ansahen und die Handlung anhand der Biografie Roy Blacks nachvollziehen konnten, hielten einige Medien den Film für überzogen und betitelten ihn als „krasse Schwarz-Weiß-Malerei“ (Berliner Morgenpost).

Im Jahr 1999 erschien die Single Der Wanderpriester. Das Lied wurde durch Zufall auf einem alten Tonband wiedergefunden und von Polydor 1999 produziert.

Im Frühjahr 2000 wurde dem Leben des Roy Black das erste deutsche Schlagermusical Ganz in Weiß gewidmet, das von Blacks Biograf Arno Löb geschrieben und von der Berliner Agentur „Valentino“ produziert wurde. Die Uraufführung von Ganz in Weiß fand in der Augsburger Kongresshalle statt, wo Black einen seiner letzten Auftritte hatte. Black wurde bei diesem Musical von Claudio Maniscalco dargestellt, der die Roy-Black-Titel auch live sang.

Im Jahr 2004 wurde in der RTL-Show Die ultimative Chartshow: Die erfolgreichsten Sänger ermittelt, dass Roy Black in Deutschland der erfolgreichste Sänger der letzten vierzig Jahre war. Zudem bekam er insgesamt 13 goldene Löwen von Radio Luxemburg.

In Augsburg wird seit 2012 der „Roy“ verliehen, Roy Black ist hierbei Namensgeber für den Augsburger Pop-Preis.

In Velden am Wörther See wurde anlässlich seines 20-jährigen Todestages eine umstrittene Büste aufgestellt." (Quelle: WIKIPEDIA).

"De mortius nihil nisi bene!" Die jetzt erschienene GOLD EDITION des Schnulzenstars Roy Black - ursprünglich von 2016, fünf CDs mit 100 Titeln - geizt nicht mit Roy Blacks musikalisch-sonorer Bassstimme. Dennoch bleibt zu sagen: Es ist eigentlich Musik - wie Schmierseite für die Ohren. Die dritte Scheibe der Box umfasst ausschließlich englische Schlager, welche dereinst auch schon Elvis intonierte (etwa "In the Ghetto").. Was in der Box natürlich nicht fehlen darf sind die Songs "Ganz in weiß (mit einem Blumenstrauß)" und "Schön ist es auf der Welt zu sein (sprach die Biene zu dem Stachelschwein)". Das ist nett zu hören. Indes: Wer diese beiden Lieder kennt - und das tut fast jeder - kennt sie quasi alle. Schöne heile Schlagerwelt ...

Neuerscheinung

Das nochmal so eine Roy Black-MAXI-GOLD-BOX erscheint, ist nicht zuletzt dem cleveren Management des 1991 verstorbenen Schnulzen-Stars zu verdanken. Ihn kannte ja jeder der sich befreienden Nachkriegsgeneration. Ebenso wie Heintje oder Rosenberg spült er die Sorgen und Probleme des Alltags hinfort. Ach ja, schöne heile Schlagerwelt ...

Der Rezensent ...

veröffentlicht von Chris Doemges


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