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1700 JAHRE JÜDISCHES LEBEN IN DER HEUTIGEN BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
02.03.2021 20:18:53
Bundesweit wird 2021 zum Deutsch-Jüdischen Jahr ausgerufen, das unter dem Titel "2021: Jüdisches Leben in Deutschland" ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft zur Geschichte und heutigem Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland präsentiert. Mit einem Förderschwerpunkt beteiligt sich die LWL-Kulturstiftung daran und ruft alle Kulturakteure in Westfalen-Lippe auf, durch Projekte dieses Programm mitzugestalten.

Seit 1.700 Jahren leben Juden nachweislich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. In Köln ereignete sich im Jahr 321, dass Kaiser Konstantin ihnen urkundlich den Zugang zu Stadtämtern ermöglichte. So wirkt anlässlich dieses Datums von Köln ausgehend das Themenjahr 2021 mit Veranstaltungen, Diskussionen und Ausstellungen in die gesamte Bundesrepublik.

Initiator des Projektes ist der in Köln ansässige Verein "321 - 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Als dessen Partner tragen die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Landschaftsverband Rheinland dieses Themenjahr gemeinsam in die Regionen Westfalen-Lippe und Rheinland.

ZEICHEN

"Nur gemeinsam mit vielen Einrichtungen, Organisationen und Aktionen, die Metropolen ebenso wie ländliche Regionen erreichen, können wir ein sichtbares und wirkungsvolles Zeichen setzen gegen antisemitische und fremdenfeindliche Positionen", erläutert Matthias Löb, Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung und LWL-Direktor, die Teilnahme an dem Themenjahr.
Verblasste und frische Spuren jüdischen Lebens finden sich zahlreich in der Region Westfalen-Lippe, so die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Frühere Förderungen von Kultureinrichtungen wie dem Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster und dem Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten oder auch der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte in Porta-Westfalica machten deutlich, dass das Erinnern und der kulturelle Dialog in Westfalen-Lippe bereits gelebt werden. "Viele Projekte, Einrichtungen und Aktionen zeigen eindrücklich, dass wir eine Alltags- und Kulturgeschichte teilen - mit vielen Kulturen und Religionen, die hier in unserer Region seit vielen Jahrzehnten, Jahrhunderten und gar Jahrtausenden beheimatet sind", sagt Rüschoff-Parzinger.

FÖRDERUNG

Gefördert werden Projekte und Kooperationen mit westfälisch-lippischem Bezug. Kulturelle Netzwerke sollen erhalten und ausgebaut werden. Offen ist die Stiftung für Projektförderungen in verschiedenen Kulturbereichen: Bildende Kunst, Theater, Tanz, Musik, Film, Literatur und Landeskunde sowie Projekte in Museen und in der Archiv- und Denkmalpflege. Neben Museen und Kulturvereinen werden ausdrücklich auch jüdische Gemeinden und Kulturvereine zur Beteiligung aufgerufen.


Die Antragsfrist ist der 31. August 2020. Damit Förderanträge in Qualität und Machbarkeit bereits bei Antragstellung stimmig sind, beraten die Ansprechpartnerinnen der LWL-Kulturstiftung gern im Vorhinein persönlich.

LVR

Das bundesweite Veranstaltungsprogramm "2021: Jüdisches Leben in Deutschland" (20201JLID) prägt im kommenden Jahr die Kulturkalender mit Ausstellungen, Konzerten, Theatervorführungen, Workshops und Diskussionsforen. In Nordrhein-Westfalen haben sich die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und in Westfalen-Lippe (LWL) zusammengetan, um gemeinsam Themenhöhepunkte zu diesem Anlass zu setzen. Am Dienstag (1.12.) gaben sie in Essen einen Ausblick auf ihre Beiträge, die im Rahmen ihrer Kooperation auch über die Landesgrenzen hinausstrahlen sollen.

Der LVR hat mit MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln, dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte sowie dem LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen eine Projektfamilie gebildet, die die 1.700-jährige Geschichte jüdischen Lebens im Rheinland sichtbar macht. In das Projekt fließen Eigenmittel und Mittel der Regionalen Kulturförderung des LVR in Höhe von rund 1,2 Millionen ein. Der LWL mit seiner Kulturstiftung bringt sich in die Kooperation mit dem LVR ein und unterstützt 24 Kulturprojekte fast aller Kultursparten in Westfalen-Lippe mit rund 800.000 Euro. Mit dem Förderaufruf der LWL-Kulturstiftung konnten Netzwerke und Kulturschaffende der Region in der Fläche angesprochen werden.

"Jüdisches kulturelles Erbe und Leben sind Teile unseres bunten, geschichtlich gewachsenen und zeitgenössischen Kulturmosaiks in ganz NRW", so Ulrike Lubek, LVR-Direktorin, "darüber hinaus betrachten wir aber diese Partnerschaft vor allem als gemeinsamen Beitrag in einem gesellschaftspolitischen Diskurs und als eine gemeinsame Positionierung gegen antisemitische Tendenzen und für kulturelle Vielfalt".

"Schon oft haben die beiden Landschaftsverbände kooperiert. Aber der Zusammenarbeit zu diesem Themenjahr kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Wir wollen dem vielfältigen jüdischen Kulturleben in unserem Land eine Bühne bieten. Denn die Vergangenheit und jüngste Ereignisse verpflichten uns dazu, uns mit aller Kraft und Kompetenz antisemitischen Strömungen entgegenzustellen", unterstreicht Matthias Löb, LWL-Direktor und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung.
Dieses Selbstverständnis wolle man durch die Bündelung der Kompetenzen spür- und sichtbar über Verbands- und Ländergrenzen hinaustragen.

"Allen LVR-Projekten im Themenjahr ist gemein, jüdische Kultur und Geschichte als Teil der deutschen und europäischen Gesamtgeschichte herauszuarbeiten. Unsere LVR-Kultureinrichtungen, die die historischen Spuren und die Gegenwart jüdischer Geschichte und Alltagskultur im Rheinland erforschen, leisten hierbei seit mehr als 30 Jahren einen nachhaltigen Beitrag", wie Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege, betont.

"Unsere Aktivitäten ermöglichen im Verbund einen sehr differenzierten Blick auf jüdisches Leben in Deutschland, der vielfältige Anknüpfungspunkte für einen interreligiösen Austausch bietet", fasst Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung zusammen. Gemeinsam böten die LWL-Kulturstiftung und der LVR mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten 2021 ein attraktives Kulturprogramm für ganz NRW (demnächst auf einer gemeinsamen Internetseite), dessen Höhepunkt die von der LWL-Kulturstiftung mit 94.000 Euro geförderte Wanderausstellung "Menschen, Bilder, Orte - 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" des LVR-Jüdischen Museums MiQua sei.

WANDERAUSSTELLUNG

Das MiQua - LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln hat eine Ausstellung konzipiert, die mit vier multimedialen Ausstellungskuben im nächsten Jahr durch NRW tourt: Sie startet in der Alten Synagoge - Haus jüdischer Kultur in Essen (März bis April 2021), geht in das LWL-Landeshaus in Münster (Mai bis Juni 2021) und in das LVR-Landeshaus in Köln (Juli bis August 2021) und macht Station im LVR-Niederrheinmuseum in Wesel (Mitte August bis Mitte Oktober 2021) und im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund (Mitte Oktober bis Dezember 2021).

Anfangspunkt der Ausstellung ist das von Kaiser Konstantin im Jahr 321 erlassene Dekret, das den Provinzhauptstädten im Römischen Imperium die Berufung von Juden in den Stadtrat gestattete. Als älteste erhaltene Quelle weist es auf die Existenz von Juden im deutschsprachigen Raum hin. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen bedeutende und weniger bekannte Persönlichkeiten: Ihre Lebenswege spiegeln markante Ereignisse und Epochen jüdischer Geschichte in Deutschland wider. In den Themen: "Recht und Unrecht", "Leben und Miteinander", "Religion und Geistesgeschichte", "Gesichter, Geschichten und Gefühle" werden die 1.700-jährige Geschichte und Geistesgeschichte des Judentums in Deutschland erfahrbar.

In Essen gastiert die Ausstellung von März bis April 2021, was Dr. Uri-Robert Kaufmann, Leiter der Alten Synagoge - Haus jüdischer Kultur, besonders hervorhebt: "Wir freuen uns sehr, den Ausstellungsaufschlag hier in Essen zu feiern - an einem Ort, der baulich für die Erinnerung an jüdischen Glauben und programmatisch für den Austausch zwischen Religionen und Kulturen steht." Ein Programm aus Führungen, Vorträgen und Veranstaltungen stehe für den interkulturellen und interreligiösen Dialog, der in der Alten Synagoge seit ihrer Eröffnung 1980 als Gedenkstätte, besonders aber seit 2010 gelebt werde. Auch an den übrigen Stationen flankierten individuelle Begleitangebote die Ausstellung und schärften so den Blick für das heutige Miteinander und die Gemeinsamkeiten in der Geschichte.

FÖRDERSCHWERPUNKT

Mit einem eigenen Förderprogramm von rund 800.000 Euro rief die LWL-Kulturstiftung im Sommer Akteurinnen und Akteure aus ihren erprobten Kulturnetzwerken, aber auch neue Kooperationspartnerinnen und -partner wie jüdische Kultusgemeinden zur Beteiligung auf. 24 Projekte in 14 Städten, darunter Bochum, Siegen, Gronau, Bielefeld, Münster, Minden, sowie in digitalen Formaten formen daraus ein Veranstaltungsprogramm mit Lesereisen, Film- und Konzertreihen, Tanz- und Theaterperformances, traditionellen Klängen und Schlagermelodien, Medienprojekten, Klanginstallationen und Ausstellungen. Neben bekannten Kulturorten gibt es dabei auch ungewöhnliche Plätze zu entdecken, die auch acht der insgesamt elf in Westfalen-Lippe beheimateten jüdischen Gemeinden sowie die jüdische Gemeinde in Enschede (Niederlande) eingebracht haben.


Ein Beispiel für ein Kooperationsprojekt ist das Vorhaben des Förderkreis Alte Synagoge Epe in Gronau (Kreis Borken) zusammen mit verschiedenen Partnern aus der Kulturszene und der jüdischen Gemeinschaft der Grenzregion: Unter dem Titel "Nicht nur Klezmer - Vielfalt erleben" initiiert der Förderkreis im Herbst 2021 in der Musikstadt Gronau, den Niederlanden und an der Landesmusikakademie Heek (Kreis Borken) ein Musikprojekt zu jüdischen Klängen von der Romantik bis heute.

Schon unmittelbar nach dem offiziellen Start des bundesweiten Themenjahres am 21. Februar füllt sich auch in Westfalen-Lippe der Veranstaltungskalender: Das Theater im Pumpenhaus in Münster lädt Anfang März mit dem Tanz- und Performance-Festival "Israel ist real" zu einem international besetzen Programm ein, das aktuelle Positionen der jüdisch-israelischen Szene präsentiert.

Von Juli bis September bietet dann der "Jüdische Kultursommer" der jungen Künstlerszene aus der Region eine Bühne im Jüdischen Museum Dorsten (Kreis Recklinghausen). Im November wartet ein besonderer Höhepunkt auf das Publikum: Im LWL-Preußenmuseum Minden wird aus Anlass der Wiedereröffnung des Hauses mit der Schau "Jüdisch? Preußisch? Oder was?" (11.11.2021 - 11.09.2022) die neue Sonderausstellungsfläche eingeweiht. Über das ganze Jahr verteilt bieten diese Projekte zusammen mit den 21 weiteren Angeboten ein durchgängiges Veranstaltungsprogramm in der Region Westfalen-Lippe.

PORTFOLIO

Von März bis Dezember 2021 gastiert die Wanderausstellung "Menschen, Bilder, Orte - 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" an fünf Orten in NRW.
Vortragsveranstaltungen z.B. zum Dekret in Köln, zur Synagogenarchitektur in Stommeln, zum Thema "rituelle Reinheit" in Zülpich, eine Podiumsdiskussion zu LGBTQ mit Keshet Deutschland und evangelischen, katholischen und muslimischen Vertreterinnen und Vertretern in Bonn oder ein Tora-Workshop sowie Lesungen, Konzerte, Podiums- oder Künstlergespräche ergänzen das umfassende Rahmenprogramm an allen Standorten der Wanderausstellung.

Kurz vor Vertragsabschluss steht eine Ausstellungs-Kooperation zwischen dem LVR-Museum MiQua und Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln: Die Präsentation gibt Einblicke in vielfältige Zugänge zu Vergangenheit und Zukunft jüdischen Lebens und wird ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr sein.

Kooperationen dem LVR-Museum MiQua mit der Universität zu Köln, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Freien Universität Berlin prägen das Sommersemester 2021: Eine wissenschaftliche Fachtagung an der Heinrich-Heine-Universität im April stellt die Frage "Wie können jüdische Geschichte, Religion und Kultur als fester Bestandteil der europäischen bzw. deutschen Geschichte und Kultur deutlich gemacht werden?". Das Archäologische Seminar der Uni Köln bietet das Seminar "Archäologische Quellen zum jüdischen Kulturerbe des ersten Jahrtausends" an. Das Institut für Jüdische Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf fragt nach "Schriftlichkeit und Liturgie der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Köln" und der Studiengang Public History der Freien Universität Berlin untersucht Theorien und Formen der Geschichtsdarstellung und beleuchtet die Bedeutung von Historischem Lernen und Geschichtskultur.

Zwischen April und Oktober 2021 stellt eine mobile Ausstellung des LVR-KULTURHAUSES Landsynagoge Rödingen an verschiedenen Standorten im Rheinland wichtige Aspekte der rheinisch-jüdischen Geschichte vor. Anknüpfungspunkt sind jeweils die jüdische Geschichte vor Ort, um so auch die Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht mit dem Thema "Jüdisches Leben" in Vergangenheit und Gegenwart beschäftigen.

Ein Social-Media-Projekt der Landsynagoge soll niederschwellig über das Themenjahr informieren, unterhalten und zum Dialog anregen, um so an ein digital-affines Publikum herangetragen zu werden: Geplant sind Postings auf ihrem Instagram-Kanal, mit kurzen Informationen zu jüdischen Persönlichkeiten aus dem Rheinland und der weiten Welt, Rezepten, Film- und Buchtipps und Veranstaltungshinweisen.

Als erste Institution in NRW überhaupt nimmt das LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen bereits seit 2008 regelmäßig aktiv am "Europäischen Tag der jüdischen Kultur" (ETdjK), jährlich am ersten Sonntag im September, teil. 2021 wird die Landsynagoge für das gesamte Rheinland erstmals ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm initiieren, in dem die verschiedensten Initiativen ihre jeweiligen Aktivitäten vorstellen können.

THEMENJAHR

In ganz Deutschland wird 2021 zum Deutsch-Jüdischen Jahr aufgerufen, initiiert von dem Verein "321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" in Köln, der das bundesweite Programm unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bündelt und sichtbar macht. Umfangreich gefördert wird das Themenjahr durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und die Stadt Köln.

EDIKT

Über das Edikt von 321 hat das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln den einführenden Text "Das Dekret von 321: Köln, der Kaiser und die jüdische Geschichte" - in Deutsch und Englisch veröffentlicht. Diese Publikation kann beim MiQua kostenfrei angefordert werden.

1700 JAHRE

Vor dem Hintergrund des 1700-jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und des 76. Jahrestages der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar hat das Landeskabinett am Dienstag, 26. Januar 2021, eine Erklärung zum jüdischen Leben in Nordrhein-Westfalen verabschiedet und damit ein deutliches Zeichen zur Bekämpfung des Antisemitismus gesetzt.


Ministerpräsident Armin Laschet: „Der 27. Januar erinnert uns jedes Jahr an die unfassbaren Verbrechen der Shoa und an die Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz. Er mahnt uns jedes Jahr, wozu blinder Hass, Verachtung und Wegsehen führen können. Diese Mahnung darf niemals verhallen, wir müssen sie – so schmerzhaft und grausam sie ist – in uns tragen und sie unserem politischen und gesellschaftlichen Leben zugrunde legen. ‚Nie wieder‘ muss unser aller Handeln und Entscheiden prägen.“

„Jüdisches Leben gehört zu Deutschland – seit 1700 Jahren“, so der Ministerpräsident weiter. „Dieses besondere Jubiläumsjahr bietet die Chance, die tiefe Verwurzelung des Judentums in der Geschichte unseres Landes stärker bekanntzumachen und noch immer bestehende Vorurteile gegen Jüdinnen und Juden abzubauen. Wir erleben im Zuge der Corona-Pandemie ein erneutes Aufleben von wirren und verachtenden, auch antisemitischen Verschwörungsmythen, denen von Beginn an die Stirn geboten werden muss. Möge dieses Jubiläum unsere Gesellschaft stark machen für ein friedliches Zusammenleben und gegen jede Form von Antisemitismus.“


Mit der Erklärung zum jüdischen Leben in Nordrhein-Westfalen bekräftigt die Landesregierung ihr stetiges Engagement gegen Antisemitismus. Bereits 2018 wurde das Amt der Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen eingerichtet.


Die Antisemitismusbeauftrage des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: „Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und gefährdet die Grundwerte unseres Zusammenlebens. Dass die Landesregierung mit ihrem heutigen Kabinettsbeschluss ihr Engagement in der Bekämpfung des Antisemitismus bekräftigt und weitere Präventionsschritte einleiten wird, ist eine gute Unterstützung auch meiner Arbeit und zeigt die große Bedeutung dieses Themas für die Arbeit der Landesregierung. Besonders hervorheben möchte ich die Meldestelle Antisemitismus, die dieses Jahr eingerichtet wird. Gerade im Festjahr 2021, in dem 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert wird, ist es wichtiger denn je, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen und alles dafür Nötige unternehmen, damit Jüdinnen und Juden endlich frei und ohne Angst hier leben können.“

IN DEUTSCHLAND

Ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin, datiert auf den 11. Dezember 321, gilt als ältester Nachweis für die Existenz einer Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Dieses legte fest, dass Juden städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Die jüdische Gemeinde in Köln gilt damit als die älteste nördlich der Alpen. Nordrhein-Westfalen ist mit rund 27.000 Menschen jüdischen Glaubens Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.


Das 1700. Jubiläum dieses historischen Datums verdeutlicht die lange gemeinsame Geschichte jüdischer und nicht-jüdischer Bevölkerung in Deutschland. 2021 wird das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Zur Förderung und Koordinierung der Veranstaltungen dieses Festjahres hat sich der Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ gegründet, den das Land Nordrhein-Westfalen fördert.

DER BUND

Der Beginn des Jahres 2021 ist Auftakt für ein bedeutendes Jubiläum: Seit 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden nachweislich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Anlass des Jubiläumsjahres ist die erste belegte Erwähnung einer jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen: Den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Köln wurde durch den römischen Kaiser Konstantin im Jahr 321 erstmalig der Zugang zu öffentlichen Ämtern der Stadt gewährt.


Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer: "Seit 1700 Jahren ist das Judentum untrennbar mit unserem kulturellen Leben und unseren religiösen Wurzeln verbunden. In diesem Jahr werden wir mit rund fünfhundert Projekten für alle sichtbar und erlebbar machen, wie das jüdische Leben unsere Gesellschaft prägt. Dass jüdisches Leben in Deutschland 70 Jahre nach dem Holocaust blüht, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit."

Zahlreiche staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure beteiligen sich an der Gestaltung des Festjahres mit dem Ziel, die deutsch-jüdische Geschichte und Gegenwart stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Der Kölner Verein "321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" hat die Vorbereitung und Koordination des Festprogramms übernommen.

JÜDISCHE GEMEINSCHAFT

Die Bundesregierung fördert das Festjahr und Projekte des Vereins auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat stellt insgesamt rund 22 Millionen Euro zur Verfügung. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert unter anderem die Ausrichtung eines Festakts des Vereins "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland" am 21. Februar 2021. Schirmherr des Jubiläumsjahres ist Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier.

BAYRISCHER RUNDFUNK

Seit mehr als 1700 Jahren prägen und bereichern Jüdinnen und Juden das Leben in unseren Breiten. Dennoch sind Vielfalt und Bedeutung der jüdischen Geschichte und Kultur nur wenig bekannt. Das soll ein bundesweites deutsch-jüdisches Festjahr anlässlich der Ersterwähnung einer jüdischen Gemeinde auf dem Gebiet des heutigen Deutschland im Jahr 321 ändern. Es wird am 21. Februar mit einem Festakt in Köln eröffnet und vom Bayerischen Rundfunk mit dem BR Thema "Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" in Hörfunk, Fernsehen und online begleitet. Ein erster Höhepunkt ist die Themenwoche Jüdisches Leben in ARD-alpha.

Was macht den jüdischen Glauben aus, und wie wirkt er über die Jahrhunderte hinweg? In der fünfteiligen Doku-Reihe "Die


Kinder der Tora" am 21. und 22. Februar um 20.15 Uhr und vom 23. bis 25. Februar jeweils um 21.00 Uhr folgt der britische Kunsthistoriker Sir Simon Schama den Spuren jüdischer Geschichte in aller Welt. Er verknüpft jüngste archäologische Entdeckungen mit jüdischer Kunst und Kultur, verbindet antike und moderne Geschichten und zeigt, wie das, was Juden gedacht, geschrieben, gesprochen, betrauert und gefeiert haben, mit dem Schicksal der übrigen Welt verknüpft ist.

Jüdische Geschichte, Kultur und Tradition in Deutschland und die dynamischen Entwicklungen in der Gesellschaft von heute macht das vor 20 Jahren eröffnete Jüdische Museum Berlin erlebbar. In der Dokumentation "Zu Besuch im Jüdischen Museum Berlin" am 21. Februar um 21.15 Uhr führt die Museumsdirektorin Hetty Berg mit der Studentin Johanna Mirea durch die neu gestaltete Dauerausstellung im spektakulären Museumsbau des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, dessen Architektur ihrerseits deutsch-jüdische Geschichte erzählt.


Die Dokumentation "Jüdisches Leben in Bayern" am 22. Februar um 21.15 Uhr stellt religiöses Brauchtum und Feste vor und veranschaulicht am Beispiel von vier jüdischen Gemeinden, wie sich jüdische und christliche Traditionen gemeinsam leben lassen. Was für eine integrative Kraft im Sport liegt, wird im deutsch-jüdischen Sportverein TSV Maccabi e.V. deutlich. Dass es immer einzelne Persönlichkeiten sind, die solche Projekte mit Einsatz, Ausdauer und Überzeugungskraft durchsetzen, zeigt das jüdische Gemeindezentrum in München, das es ohne Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, und den ehemaligen Münchner Oberbürgermeister Christian Ude nicht geben würde. Die Dokumentation "Laurel und die Bagels" um 22.00 Uhr stellt Traditionen der jüdischen Küche vor. Dass es sich bei den in den USA so beliebten Hefekringeln um ein jiddisches Gebäck handelt, ist hierzulande kaum bekannt. Die aus Boston stammende Wahl-Berlinerin Laurel Kratochvila verdankt ihr Faible dafür und die besten Rezepte ihrer Großmutter. Mit ihren Bagels will sie dazu beitragen, dass die Höhepunkte der jüdischen Küche auch in Berlin eine Renaissance erfahren.

Aus dem Jahr 321 stammt der erste historische Nachweis jüdischen Lebens nördlich der Alpen: ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin, das die Berufung von Juden in Ämter der Stadtverwaltung von Köln gestattete. Daran erinnert die Aufzeichnung des Festakts in der Kölner Synagoge am 23. Februar um 22.15 Uhr. Dieser ist Auftakt zum bundesweiten Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Zur Eröffnung sprechen unter anderen Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster. Junge Jüdinnen und Juden erzählen von ihrem Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker stellt das historische jüdische Viertel vor, in dem das neue jüdische Museum entsteht.

Die "nachtlinie extra" ist am 24. Februar um 22.00 Uhr zu Gast in Deutschlands ältester noch genutzter Synagoge in Bayreuth. Felix Gothart, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth, führt Moderator Andreas Bönte durch den Sakralbau. Er erklärt Grundlagen des Judentums, zeigt die Mikwe, das rituelle Tauchbad, das zu den reinsten Europas zählt, und präsentiert den sensationellen Fund bis zu 250 Jahre alter Schriften.


Vorurteile und Hetze gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind Alltag. Woher kommen diese antisemitischen Anfeindungen, woher die gewaltsamen Übergriffe? Und was kann man dagegen tun? Die Dokumentation "SchalomAleikum: Meet a Jew!" am 24. Februar um 22.30 Uhr stellt Initiativen junger Menschen vor, die Brücken bauen: Das Dialogprojekt "SchalomAleikum" des Zentralrats der Juden in Deutschland fördert die Begegnung von Juden und Muslimen und will dazu beitragen, Spannungen zu lösen. Im europäischen Projekt "YouthBridge" bauen Teilnehmende aus allen Religionen gemeinsam Klischees und Stereotype ab.


Er gilt als fein und hintergründig: Der jüdische Humor zieht sich als eine Lebenseinstellung durch Alltag, Kultur und Religion – mit einer schier unerschöpflichen Vielfalt an Witzen und Pointen, die sich über viele Jahrhunderte auch als Selbstverteidigungsstrategie entwickelt hat. Was macht sie aus, diese Mischung aus beißender Selbstironie, fatalistischem Galgenhumor und Chuzpe, einer sympathisch vorgetragenen Frechheit? Die Dokumentation "Von Chuzpe und Schmonzes – Jüdischer Witz als Waffe der Wehrlosen" am 25. Februar um 22.00 Uhr gibt einen Einblick.

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veröffentlicht von Chris Doemges


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