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Brückenquerverschub ist kompliziert, teuer oft vermeidbar, siehe BAB A45 Lennetalbrücke.
22.12.2015 18:26:55

Guten Tag,

ich habe gerade einen Bericht über einen Messfehler beim Brückenbauwerk's K 35 über die A 2 bei Bönen gelesen. Was sagen Sie denn zu den unten aufgeführten Vorkommnissen, übrigens ist das nur ein kleiner Teil von vielen weiteren teuren Fehlentscheidungen während meiner Zeit in der Bauüberwachung bei LSBA, WSBA und Strassen NRW.

Mit freundlichem Gruß
R. Paul

Beispiel Lennetalbrücke A 45, Beispiel A2-Brücke bei Hamm: in beiden Fällen seien während und nach seiner Dienstzeit bei Neubauarbeiten aufwendige Provisorien für einen Brückenquerverschub geplant worden, um den Verkehr umzulenken. „Man hätte die Neubauten aber einfach daneben bauen können, hätte nur ein paar Grundstücke erwerben müssen,und somit die hohen Kosten hierfür gespart, ich hatte dazu sogar schon, bei der A 2, mit Anwohnern gesprochen, die dazu bereit waren.“ Hierdurch sind bei der A2 nachweislich Mehrkosten von 800.000 DM entstanden. Bei dem Querverschub der Lennetalbrücke A 45 gehen die Mehrkosten in den Millionenbereich, und es gibt
keine 100% Garantie ob alles so funktioniert ( siehe Elbphilharmonie Hamburg und Flugplatz Berlin ).



Gesendet: Freitag, 05. Dezember 2014 um 11:16 Uhr
Von: "Reinhold Paul" <reinhold.paul@gmx.de>
An: Ref-IIIA3@mbwsv.nrw.de
Betreff: Fw: AW: Aw: AW: Lennebrücke A45
Guten Tag,

nun will ich einmal versuchen das Ganze zu Verstehen, oder auch nicht.

1.) Grunderwerb: Der dauerhafte Grunderwerb ist nicht möglich, nicht gewollt, oder zu teuer. Grob geschätzt liegen eventuell die Kosten für 1000m*20m*100€( im Mittel)= 2.000.000€. Ist denn wirklich nur die Anpachtung für den Bau der provisorischen Pfeiler über einen Zeitraum von 2-3 Jahren, und kein Grunderwerb möglich ?
2.) Restnutzungszeit des alten Bauwerks: Das der Bau von provisorischen Pfeiler etwas schneller gelingt als der Bau der endgültigen Pfeiler, ist unbestritten ein zwar kleiner aber teurer Vorteil, zumal die Pfeiler samt Verschubvorrichtung wieder abgebrochen werden. Aber spielt denn ein halbes Jahr mehr Restnutzungszeit wirklich eine so entscheidende Rolle ? Zumal eine aussagekräftigere Belastungsprobe vor Ort nicht erfolgt ist.
3.) Wirtschaftlichkeit: Nun glaube ich immer noch nicht daran das der hier durchgeführte Brückenquerverschub wirtschaftlich ist. Was kostet denn nun der Bau von Hilfspfeilern, Verschubbahn, Verschubeinsatz und anschließender Abbruch des ganzen? Weniger als 2.000.000€ - 4.000.000€ ?

Mit freundlichem Gruß
R. Paul


Gesendet: Donnerstag, 04. Dezember 2014 um 09:12 Uhr
Von: "Reinhold Paul" <reinhold.paul@gmx.de>
An: Ref-IIIA3@mbwsv.nrw.de
Betreff: Fw: AW: Aw: AW: Lennebrücke A45
Guten Tag,

in der unteren E-mail werden wieder unbestätigte Aussagen wiederholt, ich kann in diesen Aussagen natürlich nicht den waren Grund für den Brückenquerverschub erkennen, da mir die Unterlagen und der Schriftverkehr die Anliegereinsprüche u.s.w. nicht vorliegen, ich weiß aber das die Brückenquerverschübe mit anschließenden Rückbauarbeiten einmal ein viertel und ein anderes mal fast ein drittel der Gesamtbaukosten ausmachte, und kann mir nicht vorstellen das andere Lösungen teurer oder langwieriger gewesen wären. Es gibt übrigens auch noch die Möglichkeit des beschleunigten Planfeststellungsverfahrens.
Aus den anderen Schreiben ist unschwer zu entnehmen das man selbst den größten Unsinn bei guter Begründung und Verschleierung von Tatsachen begründen kann, ich glaube sogar der Blödsinn mit der Klagemauer beim Tunnelbau in Plettenberg wurde im Nachtrag als richtig und wichtig begründet, wider besseren Wissens. Damals sagte man, mit der richtigen Begründung kann man jede Nachtragsleistung verkaufen.
Es sind noch soviele Autobahnbrücken zu erneuern, ich möchte nur das man in Zukunft wirklich genauer und gründlicher prüft, nicht Hals- über Kopf eine unsinnige Entscheidung trifft.

Mit freundlichem Gruß
R. Paul



Gesendet: Mittwoch, 03. Dezember 2014 um 08:17 Uhr
Von: Ref-IIIA3@mbwsv.nrw.de
An: reinhold.paul@gmx.de
Cc: Nicole.deWitt@strassen.nrw.de
Betreff: AW: Aw: AW: Lennebrücke A45

Sehr geehrter Herr Paul,



Ihr Schriftverkehr mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW zu möglichen Bauverfahren beim Ersatzneubau der Lennetalbrücke im Zuge der A45 wurde zuständigkeitshalber über unsere Poststelle an mich weiter geleitet.



Zunächst einmal danke ich Ihnen für Ihre Vorschläge und Anregungen. Im Folgenden möchte ich Ihnen den Sachverhalt kurz erläutern:

Grundsätzlich wird im Zuge der Planung von Brückenbaumaßnahmen unter Berücksichtigung der gegebenen Randbedingungen durch die zuständige Straßenbauverwaltung (Landesbetrieb Straßenbau NRW) ergebnisoffen geprüft, welches Bauverfahren zur Umsetzung der Maßnahme am besten geeignet erscheint. Dabei ist nicht nur die Wirtschaftlichkeit eines Verfahrens, sondern sind darüber hinaus auch Bauzeit, ökologische Randbedingungen, Baugrund, Betroffenheiten von Grundstückseigentümern und Anwohnern sowie verkehrliche und betriebliche Aspekte zu berücksichtigen.



Im vorliegenden Fall der Lennetalbrücke wurden mehrere Varianten für die bauliche Umsetzung des Ersatzneubaus nach den maßgebenden Kriterien untersucht. Auch die von Ihnen vorgeschlagene Variante eines „Teilabbruchs“ des bestehenden Brückenquerschnittes mit anschließendem Neubau der ersten Brückenhälfte und darauffolgendem Abriss des Gesamtquerschnittes und Neubau der zweiten Hälfte war Bestandteil dieser Untersuchung. Diese Variante stellte sich jedoch im Hinblick auf die Kriterien Wirtschaftlichkeit und Bauzeit als nachteilig dar.

Im Ergebnis wurde von der Straßenbauverwaltung die „Querverschublösung“ als wirtschaftliche und zugleich in der Gesamtabwägung beste Lösung für dieses Bauvorhaben gewählt. Diese Auswahl wurde von den zuständigen Verkehrsministerien des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen mitgetragen.



Nach nochmaliger Prüfung des Sachverhalts stelle ich fest, dass die Wahl des Bauverfahrens für den Ersatzneubau der Lennetalbrücke in der Gesamtabwägung nicht zu beanstanden ist. Ergänzend merke ich an, dass der Querverschub von Brücken(teil)bauwerken nach heutigem Stand der Technik kein ungewöhnliches oder unwirtschaftliches Bauverfahren mehr darstellt. Vielmehr handelt es sich um eine Technik, die sich bei der Lösung anspruchsvoller Brückenbauvorhaben inzwischen vielfach bewährt hat, auch in wirtschaftlicher Hinsicht.



Abschließend möchte ich klarstellen, dass der Ersatzneubau der Lennetalbrücke dringend erforderlich ist. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands musste die Lennetalbrücke bereits seit einiger Zeit für Schwertransporte gesperrt und ein LKW-Überholverbot eingerichtet werden. Eine dauerhafte Ertüchtigung des Bauwerkes ist nicht möglich, die Restnutzungsdauer ist eingeschränkt. Aufgrund dieser eingeschränkten Restnutzungsdauer konnte auch der Abschluss des laufenden Planfeststellungsverfahrens nicht abgewartet werden, zumal derartige Verfahren in der Regel über mehrere Jahre laufen und sich im Ergebnis keine Änderung des Bauverfahrens ergeben hätte.



Ich hoffe, Ihnen mit diesen Darlegungen den Sachverhalt verständlich erläutert zu haben.





Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag



Jörg Reißing



Ministerium für Bauen, Wohnen,
Stadtentwicklung und Verkehr
des Landes Nordrhein-Westfalen



Referat III A3 – Brücken, Tunnel, Straßenbetrieb, Rastanlagen, Verkehrszählungen und IT im Fachbereich



Jürgensplatz 1

40219 Düsseldorf



Tel.: 0211/ 3843 -3212

Fax: 0211/ 3843 -9130

E-Mail: ref-IIIA3@mbwsv.nrw.de





Von: Reinhold Paul [mailto:reinhold.paul@gmx.de]
Gesendet: Mittwoch, 26. November 2014 15:33
An: Poststelle (MBWSV)
Betreff: Fw: Aw: AW: Lennebrücke A45



Guten Tag,



hatte gerade einen sehr interssantes Gespräch mit dem Planungsbüro Schüssler-Plan. Der Neubau der Lennebrücke geschah, da Gefahr in Verzug war, ohne ordentliches Planfeststellungsverfahren. Man hat Jahre untätig verstreichen lassen und mußte nun Hals über Kopf reagieren. Der schlechte Zustand der Brücke wurde aber nur rechnerisch ermittelt, obwohl eine Belastungsprobe vor Ort nicht stattfand (Kosten pro Einsatz einer Belastungsprobe vor Ort liegen bei kleinen 3000,00€), wurde ruck-zuck reagiert. Man weiß aber aus Erfahrungen mit Belastungsmessungen vor Ort, aus der Vergangenheit, das diese fast immer einen um ca. 20% höhere Belastungsmöglichkeit des überprüften Bückenbauwerks hergeben. Somit hätte man hier bei der Lennebrücke zumindest mehr Zeit zur Lösungsfindung gehabt. Zum Beispiel für den notwendigen Grunderwerb auf der Westseite, dort hätte man dann auch sofort nicht nur 5-8m Grunderwerb betreiben können, sondern gleich ca. 20,00m, um das neue Westbauwerk direkt neben das alte zu bauen. Den Verkehr danach über dieses zu schicken und dann in Ruhe das alte Bauwerk abzutragen.

Übrigens ist auch einmal zu prüfen ob heute Brückenbauwerke wirklich einen doppelt so hohen Bewehrungsgrad haben müssen wie die Brückenbauwerke die nun abgebrochen werden. Eventuell würden ja auch schon 40-50% reichen.



Nochmals mit freundlichem Gruß

R. Paul
















veröffentlicht von Reinhold Paul


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